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eine versuchte Selbstanalyse

So... Ich brauche wirklich einen blog. Meine ganzen wirren Gedanken, die durch das Chaos meines Kopfes schweben brauchen endlich einen Ort, an dem sie aufgezeichnet werden können. Es war schon immer eine der wenigen Dinge, die ich an mir mochte, dass ich meine Gedanken in Worte formulieren kann. In letzter Zeit muss ich über so viel Schreckliches nachdenken, dass ich einfach irgendwo eine Ablagefläche brauche. Überschüssiges Gedankengut, dass schnellstmöglich aus meinem Gedächnis gelöscht werden muss, damit ich nicht wahnsinnig werde. Es fängt damit an, dass ich in den letzten paar Tagen immer weniger Schlaf finde. Gedanken quälen mich, ich denke über Dinge nach, die meiner immer schon labilen geistigen Gesundheit wegen besser da blieben, wo sie sind. In den Untiefen meines Geistes.

In einem Gespräch vorhin kam mir der Gedanke, dass ich meine Persönlichkeit verdrehe. Nach außen hin bin ich quasi das genaue Gegenteil von dem, was ich in meinem Innern bin. Um mich mal so zu beschreiben wie andere mich sehen dürften: Ich bin egoistisch, kalt, unsensibel und laut. Ich weiß es nicht genau, aber ich halte das Ganze für eine äußerliche Hülle, die ich mir übergestreift habe um mich zu schützen. Wovor? Ehrlich gesagt kann ich in dem Punkt nur Vermutungen anstellen. Möglicherweise habe ich Angst, auf Unverständnis oder Hohn zu stoßen, aber genau weiß ich das auch nicht. (Das ich von mir quasi wie in der dritten Person rede liegt daran, dass ich versuche, dass Ganze mal als Außenstehender zu dokumentieren.)

Nach Außen hin wirke ich egoistisch, denke ich. Wie Andere mich sehen hängt ja von meinen Taten ab und die sind definitiv egoistisch. Ich würde gerne nur an mich denken können, denn ich denke oft über das Leid, dass es auf der Welt gibt, nach. Es ist erschreckend, wie ein Obdachloser auf der Straße mich immer wieder aufs neue in Depressionen stürzen kann. Es ist mir schon sehr oft passiert, dass ich einfach weitergegangen bin, weil ich lieber eine Tafel Schokolade essen, oder das Geld einfach für später aufbewahren wollte. Dann gibt es wieder Tage, an denen ich am liebsten mein ganzes Portmonnaie ausleeren würde, um solchen Menschen nur irgendwie zu helfen. Denn es muss wirklich hart sein sich jeden Tag aufs neue darum kümmern zu müssen, irgendwie über die Runden zu kommen. Immer am Rande der Existenz, jeder Tag eine einzige Qual. Ich frage mich, wo da die Gerechtigkeit bleibt, wenn Leute im Luxus leben, während andere verenden, weil sie auf die fehlende Wohltätigkeit der Passanten angewiesen sind? Ich weiß, dass es nichts bringt, über ein Thema zu reden, ohne etwas zu tun, deshalb will ich jetzt nicht zu lange dabei bleiben.

Es gibt viele Dinge in der Richtung, die mir in letzter Zeit den Schlaf rauben. Wenn man im Bett liegt und ein Mal angefangen hat über etwas Nachzudenken kann man nicht mehr so leicht damit aufhören, besonders bei Dingen, über die man nicht nachdenken will. Und so liege ich meist einen großen Teil der Nacht über wach, während ich versuche die Gedanken zu verbannen und zur Ruhe zu kommen und trotzdem mit den Tränen kämpfe, weil es mich einfach nicht loslässt. In solchen Momenten geht es mir richtig dreckig, obwohl ich ja irgendwie nicht direkt beteiligt bin. Naja vielleicht bin ich auch einfach nur alleine und brauche irgendwem, dem ich alles sagen kann. Naja diese Aufgabe übernimmt jetzt der Blog, womit wir wieder am Anfang wären.

Ich versuche in nächster Zeit immer mal wieder Neues zu schreiben und mein Herz auszuschütten, denn irgendwie hab ich das bitter nötig.

19.7.07 00:54


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