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Kreativitaet und Vergessen

Argh irgendwie fuehl ich mich auf emotionaler und kreativer Ebene vernachlaessigt - von mir selbst. Ich muss wirklich meine Kreativitaet mal ein wenig ausleben koennen, sonst wird mein Kopf noch zu einem Gefaengnis fuer Poesie. Das Ganze hier ist wohl oder uebel zu einem Tagebuch geworden. Naja ich hatte eh nie vor, es jemandem zu zeigen, da hier quasi meine Seele blankgelegt wird - von mir und absolut kompromisslos. Ich habe das Gefuehl, dass mir mein Jahr hier wirklich gut tut, auch wenn ich natuerlich immernoch im ich gefangen bin. Aber solche Gedanken kommen mir eh nur - wie jetzt - in den einsamen Stunden in denen ich meiner Selbstanalyse ausgesetzt bin.

Ich weiss wirklich nicht, was mit mir los ist, anscheinend ist der Weg zur Selbfindung einsam, und wer ihn erst einmal betreten hat scheint bis zum Ziel verloren. Gerne wuerde ich mich im Zuge meiner Kreativitaet selbst entfalten koennen, nur habe ich irgendwie nicht die Moeglichkeit dazu. Um mich nicht falsch zu verstehen - ich bin nicht verzweifelt und nicht unzufrieden mit meiner derzeitigen insgesamt gesehenen Situation, ich wuerde mich nur gerne mir selbst so praesentieren, wie ich bin. Wie die meisten Anderen - ich sage bewusst die meisten, weil es auch Ausnahmen gibt - mich sehen war mir schon immer egal und anscheinend ist das ein fest verankerter Bestandteil von mir.

Um genau zu sein geht es mir sogar ausgesprochen gut, bis auf einige Momente in denen die Welt grau zu sein scheint und der metaphorisch gemeinte weisse Schnee ueber mich faellt. Oft ist es so, dass ich in solchen Momenten nicht weiss, was ich mit mir anfangen soll und oft ist es so, dass ich dann mit mir auch nichts anfange. Solche Stunden lassen mich oft emotional im Dunkeln wandern - mich, der ich auf Emotionen angewiesen bin. Ich denke um vollstaendig gluecklich zu sein gehoert...

Ehrlich gesagt habe ich keine Lust es mir selbst einzugestehen und dann ist da immernoch meine unbegruendete Furcht davor, meine innersten Kreise darzulegen. Wie auch immer ist Erkenntnis der erste Schritt zur Besserung, wie ein mir nun leer scheinendes schein-wahres Sprichwort ja sagt. Von daher werde ich meinen Satz auch vollenden, und wenn es mich noch so viele Traenen, die ich nicht vergiesse, sondern die aufgrund meiner temporaeren Emotionslosigkeit unvergossen bleiben, kostet

Ich denke um vollstaendig gluecklich zu sein gehoert fuer mich die Liebe, die ich nicht habe, dazu. Im Grunde sind mir Menschen alle so konzipiert, dass wir ohne soziales Leben und Liebe nicht leben koennen. Zu diesem Thema faellt mir immer das "sich an jemanden anlehnen koennen" ein, ein Sprichwort fuer Leute die ihr Gedanken nicht zu Ende denken und im unausgesprochenen Unterbewusstsein unformulierte Gedanken ausdruecken. Mir fiele da auch noch das "jemand, der fuer einen da ist" ein, das in ihrer Einfachheit beneidenswert glueckliche sich selbst komplex schaetzende Menschen gerne gebrauchen um ihre voruebergehenden, unbegruendeten und vom Gefuehl her eigentlich nicht erwuenschten Sehnsuechte auszudruecken. Mir geht es beim Thema Liebe um das Unausgesprochene, dass Eigentliche, das sich nicht in Sprache ausdruecken laesst. Aber genug davon, eigentlich habe ich mir schon zu viel von mir selbst preisgegeben.

Was mich wirklich erleichtern wuerde? Vergessen. Vergessen aller schlimmen Gedanken, die mich plagten, aller so fern scheinenden globalen Ereignisse, die mir ein jedes Mal so nahe gehen, Vergessen aller Ueberlegungen und rationalen, traurigen und ernuechternden Analysen, die ich in meinem Geist vollzogen habe. Vergessen der vielen Dinge die ich jetzt unausgesprochen lasse, die aber das Gesamtbild zusammensetzen und von denen Leute, die das hier lesen wuerden moeglicherweise wissen wuerden, was ich meine.

Als metaphorisch gesehener Wanderer in der Wildnis schliesse ich den Beitrag nun ab... um wieder so zu sein, wie man micht kennt. Meine mir ausgesprochen heilige Identitaet.

14.9.07 05:33


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